Wild Boys

Genre: Erotik / Liebesroman
Umfang: zwischen 284 - 420 Seiten
Veröffentlichung:

Inhalt:

Diese Reihe besteht aus in sich abgeschlossenen Bänden. Trotzdem empfiehlt die Autorin, sie in der angegebenen Reihenfolge zu lesen. Im Prinzip geht es um eine Gruppe junger Männer, die sich die Society of badass debauchery nennen. So wird am Anfang vom ersten Band erklärt, dass sich die drei Englänger, vier Australier und vier Amerikaner an einem lauen Sommertag 2001 in Oxford begegnet sind und seit dem durch dick und dünn gehen. Auch wenn sie inzwischen in alle Winde verstreut sind, treffen sie sich jedes Jahr zum Klassentreffen.
Jeder Band erzählt nun die Geschichte von einem der Männer. Dabei kommen auch mal die anderen Jungs und Charaktere aus anderen Büchern, von Annie Stone, in Gastauftritten vor.

Inhaltselemente:

Action
Drama
Erotik
Humor
Romantik
Spannung

Alle Einzelbände dieser Reihe:

Meine Leseerfahrung:

Band 1: JACE – Einspruch abgelehnt!

Der erste Teil der Wild Boys – Reihe hat mich sehr berührt. Erst hatte ich einen Roman voller Erotik erwartet, aber weit gefehlt. Die sinnlichen und ansprechenden Szenen kommen nicht zu kurz, aber der Fokus liegt eindeutig in der bedrückenden Vergangenheit von Jace, dem erschreckenden Verhältnis von Chrissa zu ihrem Vater und der wirklich tiefen Verbundenheit zwischen den beiden. Beide Charaktere haben einen speziellen Charme, doch erst durch ihre verletzlichen Seiten, die sich so nach und nach offenbaren, bekommen sie für mich eine menschliche Kontur mit der sie mir sehr sympathisch werden.

Als man zu Beginn des zweiten Drittels Jace‘ Geschichte erfährt, habe ich wirklich mit den Tränen kämpfen müssen, denn es war sehr berührend aber auch bewundernswert was Jace aus sich gemacht hat. Ab da nimmt der Roman noch mehr Fahrt auf. Es gilt für beide ihre Ängste zu bewältigen und ihre Liebe zueinander ist dabei sehr hilfreich. Im letzten Drittel – wo man eigentlich schon glaubt, dass jetzt alles gut wird – kommt nochmal eine spannende Wende und Chrissa setzt alles daran ihren Jace zu retten.

Der Schreibstil war gewohnt angenehm zu lesen. Mit den direkten und lockeren Floskeln (oder auch der „Gossensprache“) habe ich überhaupt kein Problem. Mir gefällt die Erzählweise, die sich so an den Leser richtet und ihn damit auch in das Buch einbindet: als ob man sich von Chrissa die Geschichte erzählen lässt. Gefällt mir sehr gut! Fehler konnte ich kaum welche finden. Zwei oder drei Stellen wo Wiederholungen oder Widersprüche drin waren, aber man hat trotzdem verstanden was gemeint war.
Ein toller Roman, der mich positiv überrascht hat. Soviel Herzschmerz hätte man bei dem sexy Cover nicht unbedingt erwartet. ;) In meinen Augen viel mehr ein romantischer Liebesroman mit wenig erotischen Szenen, dafür umso gefühlvoller inszeniert.

Wertung von Band 1:

Band 2: MIKE – Farbexplosion

Auch der zweite Band dieser Reihe hat mich tief berührt zurück gelassen. Hier gab es zwar deutlich mehr erotische Szenen, als noch im ersten Teil, aber wieder standen die persönlichen Gefühle und Gedanken der beiden Protagonisten (Mike und Mara) im Vordergrund. Mara erfährt einen Zwiespalt zwischen ihrem Denken, dass sie eigentlich nur auf Frauen steht und sich in einen Mann gar nicht verlieben kann – so glaubt sie. Mike, der Casanova unter den elf Freunden, will nach seiner gescheiterten Ehe eigentlich keine feste Freundin oder gar Frau mehr – bis er Mara kennen lernt und ihr hoffnungslos verfällt. Er setzt alles daran, Mara für sich zu gewinnen – obwohl sie lesbisch ist.

Der Band ist sehr gefühlvoll, aber auch voller Zweifel seitens Mara, Herzschmerz kommt ebenfalls vor. Es gab auch Szenen, die mich wieder einmal zu Tränen gerührt haben – was durchaus selten vorkommt. Allerdings gibt es natürlich auch was zu Lachen. Der Humor kommt nicht zu kurz und es gab viele Szenen, bei denen meine Tränen nicht von Trauer, sondern von einer Zwerchfellattacke herrührten. Die Mischung ist auf jeden Fall ausgewogen und es sollte für jeden was dabei sein.

Die Erzählweise war wieder super angenehm zu lesen und sehr flüssig. Die Perspektive wechselte immer mal zwischen Mara und Mike, selten auch zu anderen Charakteren. Dadurch war man immer in den Köpfen der beiden und hat den ständigen Kampf – besonders von Mara – hautnah miterlebt und mitgefühlt. Ich konnte die Gefühlswelt der beiden auf jeden Fall gut nachempfinden und Mike hat mit seiner überraschend gefühlvollen Art bei mir gepunktet. ;) Fehler waren erfreulicherweise fast gar keine vorhanden. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und spätestens ab der Hälfte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Wertung von Band 2:

Band 3: BEN – Bruchstücke

In Band 3 geht es – zumindest laut Titel und Cover – um Ben (und Julia). Doch leider muss ich damit auch gleich meinen größten Kritikpunkt auslegen: die beiden sehen sich erst nach ca. 45% des Buches zum ersten Mal (!), also erst nach der Hälfte. Im ersten Teil des Bandes werden zwar beide Charaktere vorgestellt und man erhält erste Einblicke in ihr Leben. Für meinen Teil allerdings leider zu wenig – besonders Ben kommt viel zu kurz. Hauptsächlich geht es um Julia und ihr traumatisches Erlebnis, sowie die Charaktere Thea und Tom (bekannt aus der „She flies…-Reihe“). Klar, Tom ist Julias Bruder und sollte sicher eine Rolle spielen, genauso wie Thea, die ihre beste Freundin ist – besonders in der schweren Zeit. Aber das war mir too much.

Insgesamt fügt sich der Band aber gut in diese Serie ein. Wir treffen wieder einige bekannte Charaktere und auch die ganzen Kumpels finden reichlich Erwähnung. Die Dialoge (und Gruppenchats) sind gewohnt mit viel Witz und typischen Männer-Gesprächen. Ich musste mehr als einmal Schmunzeln. In der zweiten Hälfte überwiegen dann auch die gefühlvollen und romantischen Szenen zwischen den beiden Protagonisten. Außerdem hat man hier auch erst das Gefühl, dass die Story zum Titel passt.

Zum Schreibstil gibt es nichts zu sagen, der war wie immer super. Ich mag ihn sehr und lese daher auch die Bücher gerne. Dieses Mal war es aber von der Geschichte her nicht so ganz gelungen. Mir wäre es lieber gewesen, wenn Ben und Julia sich bereits relativ zu Beginn kennen und lieben gelernt hätten (z.B. beim ersten Familienessen, welches Julia leider verpasst). Nach dem schrecklichen Ereignis, welches Julia zustößt, wäre dann Ben der Richtige gewesen, der sie tröstet und wieder aufbaut – nicht Thea. Die Kritik an Julias Erlebnis, welches man häufig lesen kann, möchte ich allerdings nicht kommentieren: ich habe nichts gegen eine ausführliche Erklärung dieser Situation und kann damit umgehen. Ein Hinweis zu Beginn des Buches wäre aber durchaus angebracht für Leute, die sowas selbst erlebt haben und das eben nicht gut verdauen können.

Wertung von Band 3:

Band 4: PETE – Sturmwolken

0%

Lesefortschritt

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