Harvestine: Sieben Jahre und vier Sommer

Genre: Romantik / Krimi / Drama
Umfang: 515 Seiten
Veröffentlichung:

Inhalt:

Leon von Bergh und Emma Klein trennen 7 Jahre Altersunterschied. Doch das hält sie nicht davon ab erst eine innige Freundschaft und später auch Gefühle für einander zu entwickeln. Als Emma mit ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern in die Schwarzmühle, dem Anwesen der Familie von Bergh, zieht, beginnen für sie wundervolle Zeiten. Ihre Kindheit ist nicht immer leicht und sie flieht gerne in ihre eigene kleine Fantasiewelt. Die Schwarzmühle scheint dafür wie das Paradies auf Erden. Leider nimmt das Glück im Sommer nach ihrem 16. Geburtstag ein abruptes Ende.
Sieben Jahre später treffen sich Emma und Leon wieder. Während Leon ein frauenhassender Kotzbrocken geworden ist, hat es Emma zur erfolgreichen Buchautorin gebracht. Beide verbindet und belastet die Vergangenheit – genauer, der besagte verhängnisvolle Sommer. Emma beginnt das Verbrechen von damals näher zu untersuchen, um die Wahrheit dahinter zu erforschen. Leon wiederum merkt, dass er eventuell jahrelang den falschen Leuten Glauben schenkte und lieber für Emma hätte da sein sollen.

Inhaltselemente:

Action
Drama
Erotik
Humor
Romantik
Spannung

Meine Leseerfahrung:

Der Klappentext war sehr ansprechend. Nachdem ich bereits das Werk Pygmalion von der Autorin gelesen habe, wusste ich zumindest ungefähr was mich für ein erfrischender Schreibstil erwartet.

Das Buch beginnt mit den titelgebenden vier Sommern: zwischen Emmas 12. und 16. Geburtstag. Ihre Mutter, die Krankenpflegerin ist, bekommt in der Schwarzmühle einen neuen Job. Das Anwesen liegt in der ländlichen Einöde und ist perfekt für die blühende Fantasie der schreibbegabten Emma. Sie hat es mit ihrer alkoholkranken Mutter und ihren kriminellen Schwestern nicht immer leicht, daher erschafft sie sich eine eigene Fantasiewelt in der sie ihre Erlebnisse verarbeitet. Während des gesamten Buches lernt man immer mehr von dieser Fantasiewelt kennen, denn diese wird gekonnt mit eingeflochten und es werden immer wieder Verbindungen dazu hergestellt.

Leon ist anfangs ein sympathischer Charakter, der etwas Übergewicht hat und ein Computer-Nerd, aber freundlich zu Emma ist. Sein Zwillingsbruder Max hingegen ist ein gutaussehender Casanova, der hinter allem her ist was ihm vor die Füße kommt. Emmas Schwestern sind da leichte Beute, da sie sich nur so an Max ranschmeißen und wegen ihm ständig zoffen. Doch Emma zeigt kein Interesse – das macht Max rasend und er beginnt nahezu eine Besessenheit für Emma zu entwickeln. Als es dann am Ende des ersten Drittels zum spannenden Cut kommt, bleibt man als Leser etwas verwirrt und überrascht zurück.

Es folgt ein Zeitsprung und wir erfahren was aus Leon und Emma geworden ist. Auch über die anderen Charaktere erfahren wir immer mal wieder etwas. Als Emma dann – nach den vielen Jahren – zur Schwarzmühle zurückkehrt (aus Gründen, die ich hier nicht spoilern möchte) wird es immer spannender. Sie beginnt zu forschen, was damals wirklich passiert ist. Der Krimi-Anteil in diesem Buch ist deutlich, zumal sich die letzten beiden Drittel zum Großteil um die Aufklärung des Verbrechens drehen. Bis zum Schluss hatte ich so meine Vermutungen zum Tathergang, wurde dann aber doch überrascht.

Natürlich steht, trotz aller anderen Ereignisse, die Liebesgeschichte zwischen Leon und Emma im Vordergrund. Immer wieder sind sie kurz davor zusammen zu finden, doch dann passiert etwas unvorhergesehenes. Die Spannung ist durchgehend hoch (ab dem zweiten Drittel). Mit dem drastischen Cut im besagten Sommer hatte ich nicht gerechnet und musste unbedingt weiterlesen.
Emma ist einfach nur liebenswert und man wünscht ihr, dass sie eine bessere Kindheit gehabt hätte. Man ist aber umso überraschter wie selbstbewusst sie nach den sieben Jahren wirkt und was aus ihr geworden ist. Sehr bewundernswert. Auch Leon macht eine tolle Verwandlung durch und als er beginnt Emma zu glauben habe ich ihn schlagartig lieb gewonnen. ;)

Der Schreibstil von Clannon Miller ist sehr erfrischend. Besonders das erste Drittel, hauptsächlich aus der Sicht der jungen Emma geschrieben, hat mich beeindruckt – es ist sicher nicht leicht als Erwachsener die Sicht eines Kindes zu beschreiben. Insgesamt ist alles sehr stimmig, die Charaktere überzeugen – besonders Emma – durch ihren Tiefgang. Die Rahmenhandlung ist spannend und dramatisch aufgebaut und man fiebert bis zum Ende mit. Schreibfehler waren vorhanden, aber nicht übermäßig – alles im Rahmen.

Fazit: Eine wunderschön gestaltete Umgebung, mit tiefgehenden Charakteren und einer spannenden Story. Ein toller Roman, der die Verarbeitung eines kindlichen Traumas sehr überzeugend in ein Krimi-Romantik-Gebilde verpackt.

Gesamtwertung:

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